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Onlineshop erstellen: Schritt für Schritt zum eigenen Shop

Jonathan Lao6 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Einen Onlineshop erstellen heisst: Sortiment und Preise festlegen, Shopsystem wählen, Produktdaten aufbereiten, Zahlung und Versand einrichten, Rechtstexte und MWST klären, dann testen und live gehen. Ein schlanker Shop steht bei uns in drei bis vier Wochen und beginnt bei rund 1'200 Franken.

Onlineshop erstellen in sieben Schritten: Sortiment, Shopsystem, Zahlung, Versand, Recht und Livegang

Einen Onlineshop zu erstellen, ist technisch längst keine Hürde mehr. Ein Shop steht an einem Nachmittag, und das System nimmt dir Hosting, Updates und Sicherheit ab. Was danach kommt, entscheidet, ob er sich rechnet: Produktdaten, Zahlungsarten, Versandkosten, Mehrwertsteuer und die Pflichtangaben im Schweizer Recht.

Dieser Artikel führt durch die sieben Schritte, nennt die aktuellen Gebühren von Shopsystem, Zahlungsanbietern und Post und zeigt, worauf es in der Schweiz ankommt.

Onlineshop erstellen: die sieben Schritte

Ein Shop entsteht in sieben Schritten: Sortiment und Preise, Shopsystem, Produktdaten, Zahlung, Versand, Recht und Steuern, Test und Livegang.

Onlineshop erstellen in sieben Schritten: Sortiment, Shopsystem, Produktdaten, Zahlung, Versand, Recht, Livegang

Der Reihenfolge liegt eine einfache Logik zugrunde: Erst wenn Sortiment und Preise stehen, lässt sich das passende System wählen. Und erst wenn Zahlung und Versand geklärt sind, lohnt sich die Arbeit an der Gestaltung.

Unsere Zeitwerte: Ein schlanker Shop mit wenigen Produkten steht in drei bis vier Wochen. Bei individuellem Design, grösserem Sortiment oder einer Anbindung an die Warenwirtschaft sind es acht bis zwölf Wochen. Der grösste Zeitfaktor sind fast immer die Produktdaten.

Wer noch gar keinen Auftritt hat, baut zuerst die Grundlagen: Domain, System, Rechtstexte. Diese Schritte beschreibt der Artikel dazu, wie man eine Website erstellt.

Welches Shopsystem passt zu dir?

Für ein Schweizer KMU stehen zwei Wege im Vordergrund: eine gehostete Plattform wie Shopify oder ein Shop im eigenen Content-Management-System, etwa WooCommerce in WordPress.

Shopify kostet im Tarif Basic 29 Franken im Monat, bei jährlicher Zahlung 21 Franken. Grow liegt bei 79 beziehungsweise 59 Franken, Advanced bei 359 beziehungsweise 269 Franken (Shopify-Preise, geprüft am 15. Oktober 2026). Dafür sind Hosting, Updates und Sicherheit enthalten.

Ein Shop im eigenen System hat keine Monatsgebühr für die Software, dafür bezahlst du Hosting, Erweiterungen und Wartung. Diese Rechnung geht auf, wenn du Besonderheiten brauchst, die eine Plattform nicht abbildet.

Eine Frage lohnt sich vor der Entscheidung: Wie kommst du wieder heraus? Lass dir zeigen, wie sich Produkte, Bestellungen und Kundendaten exportieren lassen. Ein Wechsel ist selten geplant und fast immer dringend.

Den Vergleich mit Vor- und Nachteilen haben wir in WordPress, Shopify oder Eigenentwicklung ausführlich aufgeschrieben.

Zahlungsarten für Schweizer Kundschaft

Erwartet werden drei Dinge: Karte, TWINT und für Stammkundschaft die Rechnung. Jede Zahlungsart kostet, und die Unterschiede sind grösser, als viele denken.

Die Gebühr hängt am Zahlungsdienst, nicht am Zahlungsmittel allein. Mit Shopify Payments kostet im Tarif Basic eine Kartenzahlung 2,95 Prozent plus 30 Rappen und eine TWINT-Zahlung 1,75 Prozent plus 30 Rappen. In den höheren Tarifen sinken die Kartengebühren auf 2,75 und 2,55 Prozent, jeweils plus 30 Rappen. Wer einen fremden Zahlungsanbieter einsetzt, zahlt zusätzlich 2 Prozent im Tarif Basic und 1 Prozent im Tarif Grow.

Auf eine Bestellung von 100 Franken gerechnet: Karte 2.95 + 0.30 = 3.25 Franken, TWINT 1.75 + 0.30 = 2.05 Franken. Bei 300 Bestellungen im Jahr macht dieser Unterschied 360 Franken aus.

Gebühren pro Bestellung von 100 Franken mit Shopify Payments: Karte 3.25 Franken, TWINT 2.05 Franken, Rechnung ohne Gebühr

Alle diese Sätze sind Angaben des Shopsystems. Beziehst du TWINT direkt über einen eigenen Vertrag, sind es im Distanzgeschäft 1,35 Prozent, beim Zahlungslink zusätzlich 30 Rappen pro Transaktion (TWINT, Preis- und Leistungsverzeichnis, Juli 2026). Das setzt einen eigenen Vertrag und eine Anbindung voraus und lohnt sich erst ab entsprechendem Volumen.

Nicht in der Liste von Shopify Payments für die Schweiz steht PostFinance. Wer PostFinance anbieten will, braucht dafür einen externen Zahlungsanbieter und zahlt im Tarif Basic die zusätzlichen 2 Prozent. Ob auf die Gebühren noch die Mehrwertsteuer kommt, zeigt die Aufstellung im Artikel was ein Onlineshop kostet.

Versand mit der Post

Die Preisliste der Post ist öffentlich und gehört in die Kalkulation, bevor du über Gratisversand nachdenkst.

Gewicht PostPac Economy PostPac Priority
bis 2 kg 9.00 10.50
bis 10 kg 12.00 13.50
bis 30 kg 21.00 22.50

Die Beträge gelten in Franken inklusive Mehrwertsteuer. Wer die Etikette online erstellt, erhält einen Rabatt von 1.50 Franken pro Sendung (Schweizerische Post, geprüft am 15. Oktober 2026).

Ein kleines Paket kostet dich also 7.50 Franken. Bietest du Gratisversand ab 100 Franken an, sind das bei einer Bestellung an dieser Grenze 7,5 Prozent, zusätzlich zur Zahlungsgebühr. Entweder du rechnest den Versand in die Preise ein, oder du setzt die Grenze höher.

Plane ausserdem das Verpackungsmaterial und die Zeit fürs Packen ein. Beides taucht in keiner Offerte auf und kostet trotzdem.

Für Betriebe mit Ladenlokal gibt es eine Option ohne Versandkosten: Abholung vor Ort. Sie bringt Kundschaft ins Geschäft, spart das Paket und lässt sich in jedem Shopsystem als eigene Versandart einrichten.

MWST und Rechtstexte

Vier Pflichten gelten im elektronischen Geschäftsverkehr. Wer Waren oder Leistungen online anbietet, muss klare und vollständige Angaben zu Identität und Kontaktadresse samt E-Mail machen, die technischen Schritte zum Vertragsschluss nennen, eine Korrekturmöglichkeit für Eingabefehler bereitstellen und die Bestellung unverzüglich elektronisch bestätigen (UWG Art. 3 Abs. 1 Bst. s, SR 241).

Preise. Angegeben wird der tatsächlich zu bezahlende Preis in Franken. Nicht frei wählbare Zuschläge gehören in diesen Preis, Versandkosten dürfen separat ausgewiesen werden (Preisbekanntgabeverordnung Art. 3 und 4, SR 942.211).

Rückgabe. Ein gesetzliches Widerrufsrecht gibt es in der Schweiz für Online-Bestellungen nicht. Das Obligationenrecht kennt es für Haustürgeschäfte, Telefonverkäufe und ähnliche Situationen, nicht aber für den Onlinehandel (OR Art. 40b, SR 220). Viele Shops gewähren freiwillig ein Rückgaberecht; dann gehört es in die AGB.

Mehrwertsteuer. Steuerpflichtig wirst du ab 100'000 Franken Umsatz im Jahr (ESTV). Der Normalsatz beträgt 8,1 Prozent (MWSTG Art. 25 Abs. 1, SR 641.20). Plane die Umstellung früh, denn sie betrifft Preise, Rechnungen und Buchhaltung gleichzeitig.

Rechtslage geprüft im Oktober 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

Was kostet ein Onlineshop und wie lange dauert er?

Unsere Richtwerte: Ein einfacher Shop beginnt bei rund 1'200 Franken. Mit individuellem Design, bis zu hundert Produkten und SEO-Grundlagen liegt der Rahmen bei 4'000 bis 10'000 Franken.

Was ein Onlineshop kostet: einfacher Shop ab 1'200 Franken in drei bis vier Wochen, individueller Shop 4'000 bis 10'000

Dazu kommen die laufenden Kosten, die du aus den Zahlen oben selbst ausrechnen kannst: Shopsystem ab 21 Franken im Monat, Zahlungsgebühren je nach Mischung, Versand und Verpackung. Erst diese Summe zeigt, welche Marge dir bleibt.

In den Richtwerten enthalten sind SEO-Grundlagen, also saubere Seitentitel, Kategorien und Produkttexte, die zu den Suchbegriffen deiner Kundschaft passen. Was dahintersteckt, erklärt unser Artikel dazu, was SEO ist.

Eine ausführliche Aufstellung nach Shop-Grösse steht in unserem Artikel dazu, was ein Onlineshop kostet.

So startest du

  1. Zehn Produkte vollständig aufbereiten. Bild, Beschreibung, Varianten, Gewicht. Daran merkst du, wie aufwendig das ganze Sortiment wird.
  2. Zahlungsarten festlegen. Karte und TWINT als Minimum, Rechnung nur für Kundschaft, die du kennst.
  3. Versandregel rechnen. Preis pro Paket und die Grenze für Gratisversand mit den Zahlen oben durchspielen.
  4. Rechtstexte vorbereiten. Impressum, AGB, Datenschutzerklärung und die Bestellbestätigung.
  5. Früh den ersten Verkauf machen. Eine echte Bestellung zeigt mehr als jede Planung: Verpackung, Versandzeit, Rückfragen.

Wie wir Shops aufbauen, von der Struktur bis zur Übergabe, steht auf unserer Seite zum Online-Shop.

Häufige Fragen

Shopify Payments oder ein externer Zahlungsanbieter?
In der Regel der hauseigene Dienst. Wer einen externen Anbieter einbindet, zahlt bei Shopify im Tarif Basic zusätzlich 2 Prozent und im Tarif Grow 1 Prozent auf jede Bestellung, oben auf die Gebühr des Anbieters. Ein externer Dienst lohnt sich darum vor allem, wenn du eine Zahlungsart brauchst, die der hauseigene nicht anbietet.
Wie viele Produkte brauche ich für den Start?
Weniger, als die meisten denken. Zehn vollständig beschriebene Artikel mit guten Bildern verkaufen besser als hundert mit halben Angaben. Beginne mit den Produkten, die du am besten kennst und die sich gut verschicken lassen, und erweitere das Sortiment, sobald die Abläufe sitzen.
Brauche ich einen eigenen Shop, wenn ich auf einem Marktplatz verkaufe?
Ein Marktplatz bringt Reichweite, behält aber eine Provision und die Kundenbeziehung. Ein eigener Shop kostet mehr Aufwand, dafür gehören dir Adressen, Preisgestaltung und Auftritt. Viele Betriebe fahren beides: den Marktplatz für neue Kundschaft, den eigenen Shop für Stammkundschaft.
Wer kümmert sich um Lagerbestand und Retouren?
Das bleibt im Betrieb, egal welches System du wählst. Klär vor dem Start, wer Bestellungen verpackt, wer den Bestand nachführt und was bei einer Rücksendung passiert. Ohne klare Zuständigkeit bleibt die Arbeit am Ende bei dir hängen, meist genau dann, wenn viele Bestellungen eintreffen.
Jonathan Lao, Geschäftsführer der PortalWeb GmbH

Geschrieben von

Jonathan Lao

Geschäftsführer, PortalWeb GmbH

Jonathan Lao ist Geschäftsführer der PortalWeb GmbH mit Sitz in Altdorf, Kanton Uri. Er begleitet Schweizer KMU bei der Konzeption und Entwicklung von Unternehmenswebsites und Online-Shops sowie bei Suchmaschinenoptimierung und Online-Marketing.