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Wie wird eine Webseite bei Google gefunden?

Jonathan Lao6 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Damit eine Webseite bei Google gefunden wird, muss sie drei Hürden nehmen: Google muss sie finden (Crawling), aufnehmen (Indexierung) und für eine Suchanfrage als beste Antwort bewerten (Ranking). Die meisten Seiten scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass ihre Inhalte keine konkrete Frage beantworten.

Wie eine Webseite bei Google gefunden wird – Crawling, Indexierung und Ranking im Überblick

Diese Frage bekommen wir häufiger als jede andere. Meist von jemandem, der gerade eine neue Webseite bezahlt hat und sich wundert, warum bei der Suche nach dem eigenen Angebot nichts erscheint.

Die Antwort ist unbequem: Eine Webseite online zu stellen führt nicht dazu, dass sie gefunden wird. Das sind zwei verschiedene Dinge. Dazwischen liegen drei Schritte, und an jedem kann es scheitern.

Wie wird eine Webseite von Google überhaupt erfasst?

Google arbeitet in drei Stufen, und eine Seite muss alle drei bestehen.

Crawling. Ein Programm von Google, der sogenannte Crawler, besucht deine Seite und liest sie. Er findet sie über Links von anderen Seiten oder über deine Sitemap – eine Datei, die alle deine Unterseiten auflistet. Ohne einen dieser beiden Wege weiss Google schlicht nicht, dass es dich gibt.

Indexierung. Google entscheidet, ob die Seite in den Index aufgenommen wird. Das ist keine Formalität. Seiten mit sehr wenig Inhalt, Duplikate oder Seiten, die technisch ausgeschlossen sind, landen nicht im Index. Ohne Index kein Ranking – die Seite existiert für die Suche nicht.

Ranking. Erst jetzt geht es um die Position. Google vergleicht deine Seite mit allen anderen im Index und entscheidet, welche eine bestimmte Suchanfrage am besten beantwortet.

Die drei Stufen Crawling, Indexierung und Ranking, die eine Webseite bei Google durchlaufen muss

Die meisten Betriebe, die zu uns kommen, haben kein Crawling-Problem. Ihre Seite ist im Index. Sie steht nur auf Position 40, weil zwanzig andere Seiten dieselbe Frage besser beantworten.

Wie prüfe ich, ob meine Seite überhaupt im Index ist?

In zehn Sekunden: Tippe site:deinedomain.ch in die Google-Suche. Was du siehst, ist eine ungefähre Liste der Seiten, die Google von dir kennt.

Kommt gar nichts, hast du ein technisches Problem. Kommen deutlich weniger Seiten als du hast, wird ein Teil nicht indexiert. Beides lässt sich beheben.

So prüfst du mit der site-Abfrage, ob deine Seite im Google-Index ist

Genauer geht es mit der Google Search Console. Das Werkzeug ist kostenlos, und jeder Betrieb mit einer Webseite sollte es eingerichtet haben. Es zeigt dir nicht nur, welche Seiten im Index sind, sondern auch, für welche Suchbegriffe du bereits erscheinst und wie oft geklickt wird. Diese Daten sind der Ausgangspunkt für jede sinnvolle Massnahme.

Warum finde ich meine Seite, aber sonst niemand?

Weil du anders suchst als deine Kunden.

Du tippst deinen Firmennamen ein und findest dich auf Platz eins. Das beweist nur, dass Google dich kennt. Deine Kunden tippen aber nicht deinen Firmennamen – sie kennen dich ja noch nicht. Sie tippen, was sie brauchen: «Sanitär Altdorf», «Webseite erstellen lassen», «Steuererklärung Uri».

Genau für diese Suchbegriffe entscheidet sich, ob du gefunden wirst. Und genau dort stehen andere vor dir.

Der praktische Test: Frag drei Personen ausserhalb deines Betriebs, wonach sie suchen würden, wenn sie deine Leistung bräuchten. Die Antworten weichen fast immer von dem ab, was du selbst erwartet hättest.

Was entscheidet über die Position?

Google nennt über zweihundert Faktoren, aber für ein KMU zählen im Wesentlichen vier.

Der Inhalt beantwortet die Frage. Das ist mit Abstand der wichtigste Punkt. Eine Seite, die «Wir bieten massgeschneiderte Lösungen» sagt, beantwortet keine Frage. Eine Seite, die erklärt, was etwas kostet, wie lange es dauert und für wen es geeignet ist, tut es.

Die Technik steht dem nicht im Weg. Ladezeit, Bedienbarkeit auf dem Handy, saubere Seitenstruktur. Google beschreibt die Grundlagen dazu ausführlich im SEO-Leitfaden von Google Search Central. Das bringt dich nicht nach vorne, aber es hält dich zurück, wenn es fehlt. Über die Hälfte aller Zugriffe kommt vom Smartphone, und Google bewertet primär die mobile Version.

Andere verweisen auf dich. Links von themenverwandten Seiten wertet Google als Empfehlung. Für einen lokalen Betrieb sind das Branchenverbände, regionale Portale und Partnerunternehmen – nicht gekaufte Einträge in Linkverzeichnissen. Wie das sauber funktioniert, beschreiben wir unter Offpage SEO.

Die vier Faktoren, die über die Google-Position entscheiden

Lokale Signale stimmen. Wenn du ein Einzugsgebiet hast, ist dein Google-Unternehmensprofil oft wichtiger als die Webseite selbst. Dazu gleich mehr.

Wie lange dauert es, bis sich etwas tut?

Bei technischen Verbesserungen sehen wir erste Effekte nach vier bis acht Wochen. Google muss die Seite erneut besuchen, die Änderung erfassen und neu bewerten.

Bei inhaltlichen Änderungen dauert es länger. Wenn eine Seite neu geschrieben oder deutlich erweitert wird, braucht Google Zeit, die Relevanz neu einzuschätzen – typischerweise drei bis sechs Monate.

Eine neue Domain ohne Vorgeschichte braucht am längsten. Rechne mit sechs bis zwölf Monaten, bis sich für umkämpfte Suchbegriffe etwas bewegt. Bei lokalen Begriffen mit wenig Konkurrenz geht es schneller, manchmal in acht Wochen.

Wer dir eine Platzierung in zwei Wochen verspricht, verkauft entweder bezahlte Werbung oder er weiss es nicht besser.

Was bringt am schnellsten etwas?

Für einen Betrieb mit Einzugsgebiet ist die Reihenfolge ziemlich eindeutig.

Zuerst das Google-Unternehmensprofil. Es ist kostenlos, in einer Stunde eingerichtet und entscheidet über die Anzeige in der Kartenansicht. Viele Betriebe haben ein Profil, aber kaum einer füllt es vollständig aus: Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos, Beiträge. Ein vollständiges Profil schlägt regelmässig eine schönere Webseite.

Dann die Seitentitel. Der Titel ist der blaue Text im Suchergebnis und einer der stärksten Einzelfaktoren. Steht dort «Startseite» oder nur dein Firmenname, verschenkst du ihn. Er sollte enthalten, was du machst und wo.

Dann die Inhalte. Hier setzt Onpage SEO an: Für jede wichtige Leistung eine eigene Seite, die die Fragen beantwortet, die Kunden tatsächlich stellen. Eine Seite, auf der alle Leistungen in je zwei Sätzen stehen, rankt für keine davon.

Zuletzt die Verlinkung. Sowohl intern zwischen deinen eigenen Seiten als auch extern von anderen Seiten auf dich.

Warum reicht es 2026 nicht mehr, nur zu ranken?

Weil ein wachsender Teil der Suchen ohne Klick endet. Google beantwortet direkt im Suchergebnis, KI-Systeme fassen zusammen. Wer nur auf Position drei steht, aber in keiner dieser Antworten vorkommt, verliert.

Was dagegen hilft, ist erfreulicherweise dasselbe, was auch für klassisches Ranking gilt, nur konsequenter: klare Antworten weit oben auf der Seite, statt sie hinter einer Einleitung zu verstecken. Konkrete Zahlen statt Allgemeinplätze. Und Struktur, die Maschinen erfassen können.

Praktisch heisst das: Wenn eine Seite die Frage «Was kostet das?» beantwortet, sollte die Zahl im ersten Absatz stehen und nicht im vierten.

Was du diese Woche tun kannst

Drei Dinge, die nichts kosten ausser Zeit:

  1. site:deinedomain.ch bei Google eingeben. Sind alle wichtigen Seiten drin?
  2. Google Search Console einrichten, falls noch nicht geschehen. Nach zwei Wochen zeigt sie dir, für welche Begriffe du bereits erscheinst.
  3. Google-Unternehmensprofil vervollständigen. Öffnungszeiten, alle Leistungen, mindestens fünf aktuelle Fotos.

Danach weisst du, wo du stehst – und das ist die Voraussetzung für alles Weitere. Wenn du wissen willst, welche zwei bis drei Schritte in deinem Fall am meisten bewirken, schau dir unsere Seite zur Suchmaschinenoptimierung an oder melde dich für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis eine neue Webseite bei Google erscheint?
Die Aufnahme in den Index dauert meist wenige Tage bis zwei Wochen, sofern eine Sitemap eingereicht wurde. Das bedeutet aber nur, dass die Seite auffindbar ist, nicht dass sie gut platziert wird. Für sichtbare Positionen bei umkämpften Suchbegriffen rechne mit sechs bis zwölf Monaten, bei lokalen Begriffen mit wenig Konkurrenz oft nur mit zwei bis drei Monaten.
Muss ich für gute Google-Platzierungen bezahlen?
Nein. Die organischen Suchergebnisse lassen sich nicht kaufen, und Google verkauft keine Positionen. Was du kaufen kannst, sind Anzeigen über Google Ads – die erscheinen oberhalb der Ergebnisse und sind als «Gesponsert» gekennzeichnet. Sie wirken sofort, kosten aber bei jedem Klick. Organische Platzierungen wirken langsamer, dafür ohne laufende Klickkosten.
Warum steht meine Konkurrenz vor mir, obwohl meine Seite schöner ist?
Weil Google Design nicht bewerten kann. Bewertet werden Inhalte, Technik und Vertrauenssignale. Eine schlicht gestaltete Seite, die konkrete Fragen beantwortet, schlägt eine aufwendige Seite mit wenig Text regelmässig. Der häufigste Grund für schlechte Platzierungen ist zu wenig substanzieller Inhalt.
Brauche ich einen Blog, um gefunden zu werden?
Nicht zwingend. Onpage-Optimierung, technische Sauberkeit und ein gepflegtes Unternehmensprofil funktionieren auch ohne. Ein Blog hilft aber, zusätzliche Suchbegriffe abzudecken und Fachwissen zu zeigen. Für Betriebe mit erklärungsbedürftigen Leistungen lohnt er sich fast immer, für einen reinen Handwerksbetrieb mit fünf klaren Leistungen oft nicht.
Was ist der häufigste Fehler bei neuen Webseiten?
Eine einzige Seite für alle Leistungen. Wer Webdesign, SEO und Marketing auf einer Seite mit je zwei Sätzen abhandelt, rankt für keines davon. Google braucht pro Suchbegriff eine Seite, die diesen Begriff ernsthaft behandelt. Die zweithäufigste Ursache sind Seitentitel, die nur den Firmennamen enthalten.
JL

Geschrieben von

Jonathan Lao

Gesellschafter und Geschäftsführer, PortalWeb GmbH

Jonathan Lao führt PortalWeb GmbH in Altdorf und arbeitet seit Jahren mit Schweizer KMU an Webseiten, Online-Shops und Suchmaschinenoptimierung. Die Beispiele und Zahlen in diesen Artikeln stammen aus laufenden Projekten in Uri, Schwyz und Luzern.